Samstag, 28. Mai 2011

Sprache und Leuchtkraft

ich wollte noch mal betonen, dass sowohl mein englisch als auch mein deutsch hier total abkackt! ich rede zwar mehr englisch und kiswahili als deutsch, aber dennoch ist das englisch hier wesentlich schlechter wie sonst wo auf der welt(uebertrieben)! aber damit man sich mit den afrikanern verstaendigen kann, darf man nicht sein bestes schulenglisch auspacken, sondern muss sich um das schlechteste englisch, was man finden kann sorgen. denn nur das verstehen sie dann. ich merke zwar inzwischen, dass die ausprache und englischkenntnisse in meiner umgebung gebessert und hat und mein kiswahili ntuerlich auch, aber dennoch wuerde jeder englisch lehrer bei den worten: a houses is nice very for me and i. *grins*

aber da mein deutsch ebenso schlecht wird, weil ich nur die jana zum reden hier habe, ist es demnach kein wunder, dass die blogeintrage so viele rechtshreib oder tippfehler haben. auch die tastaturen hier im inetcafe sind zum kotzen, da man mit den fingern draufhauen muss, um einen buchstaben auf den bildschirm zu kriegen! das nennt sich dann krieg der buchstaben!

gestern sind jana und ich abends durch die strassen gelaufen um anja und mara vom busstand abzuholen. dabei waeren wir immer wieder in afrikaner gelaufen, weil man die so schlecht erkennen konnte in der dunkelheit.
Jana sagte darauf hin: ich habe dsa gefuehl dass wir leuchten! ja wir weissen wir leuchten in der dunkelheit! wir sind strahlemaenner:P!

gestern gab es das erste richtige problem in der familie. ein junge im haus ist bei mir ins zimmer gegangen und hat meinen rasierapperat benutzt. leider nicht fuer die barthaare.
ich habe mir daraufhin unwissend den bart rasiert und stellte beim darauffolgenden haare wegpusten fest, dass da jemand schon einen ganzen wald mit rasiert hat ohne ihn danach sauber zu machen. das ergebnis war, dass nicht nur mein gesicht und alles um mich herum mit schwarzen schamhaaren bedeckt war, sondern dass mein rasierer aussah wie sau und ich extremst sauer war. daraufhin habe ich mit allen jungs nochmal geredet und ihnen gesagt, dass ich das 1. nicht ok finde= scheisse um genau zu sein
2. man mich nicht gefragt hat
3. dieser jemand seinen dreck nicht weggemacht hat.
ich habe ihnen also gesagt, dass ich das vertrauen in die jungs verloren habe und sie gewarnt habe. wenn nochmal soetwas passiert werde ich nicht nur ein schloss und einen schluessel besorgen fuer meine tuer, sondern auch richy davon erzaehlen, der die jungs ziemlich hart bestrafen wird! mal sehen was jetzt passiert!

dsa wars von dieser woche!
Julius

Mittwoch, 4. Mai 2011

Eine Reise durch Tanzania

Vom Berge am Tanganjika See, der Tanzania die Haelfte des Namens verdankt, ueber die Straende am Nyassa/Malawi See bis zu den Palmen am Indischen Ozean. Eine Reise mit Schweirigkeiten, neuen Erkenntnissen, neuen Erfahrungen und ganz neuen Eindruecken von Tanzania. Jana und ich haben auf der Reise alles auf bildern, video und papier dokumentiert.

nehmt euch Zeit, geniesst meine errungenen Eindruecke der Ferne und versucht es euch erst einmal ohne bilder vorzustellen.

2. April 2011

Es ist Freitag und wir haben uns soeben von den Schwestern im Center herzlich verabschiedet. Jana und ich packen danach unsere Koffer/Taschen fuer einen monat Tanzania. Wer haette gedacht, dass wir mit so viel mehr zurueck kommen wuerden?
Unsere Gefuehle? ich glaube Neugierde und aufregung beschreibts am besten! die route war ausgearbeitet und was uns jetzt noch daran hindern konnte waren krankheiten oder kein geld!

3. April 2011

Samstag. noch die restlichen sachen gepackt und letzte vorbereitungen gemacht. bus ticket ist schon besorgt. da richy mir verboten hatte meine haare waehrend der schulzeit flechten zu lassen habe ich es mir an diesem tag von der besten freundin von mama brian machen lassen. fuer 2.000 shilling (1 euro) hatte ich einen neuen look der im nacken ziemlich wehtat, wenn man nach unten gucken wollte!
am nachmittag haben jana und ich uns dann getroffen und sind zusammen mit hezron, meinem gastbruder, zum busbahnhof gelaufen. dort durften wir dann noch mal 3 stunden in der nachmittagshitze warten, bis der bus kam und uns mal schnell eingsammelt hat.
das ziel war an diesem tag kahama welches wir dann auch am spaeten abend nach ca. 8 h busfahrt angekommen sind. dort stellte sich dann die frage ob wir uns noch ein guesthouse suchen sollten, oder einfach auf afrikanische weise im bus schlafen? der bus war in diesem moment deutich einfacher als noch durch die dunklen strassen zu schlendern und fremde nach billigen guesthaeusern zu fragen!

4. April

An diesem Morgen sind wir nach dem Fruehstueck zum Hafen gelaufen und haben beim Schalter ein Ticket fuer die Faehre reserviert. War alles kein Problem und niemand machte auch nur den anschein darauf, dass Etwas nicht stimmte.
Danach sind wir in der Stadt herumgelaufen und haben uns die Umgebung etwas angeguckt. Kigoma liegt zwischen kleinen Huegeln weit verstreut am Ufer. Diese Huegel haben wir uns als Aussichtspunkte zunutze gemacht und kletterten den halben Tag auf ihnen herum um un seinen Ueberblick ueber die Stadt und den Tanganjika See zu verschaffen.
Als wir von einem herunter geklettert sind, von dem man aus den See wunderbar ueberblicken konnte bis zur Grenze von Burundi und sogar die Berge auf der anderen Seite vom Kongo, liefen wir in richtung Strand und unterhielten uns beim Ausblick auf den See unter Strohschirmen.

5.April

Am Morgen sind wir gleich zum Schalter der Faehre gegangen um unser Ticket zu kaufen. Doch schon als ich den Schalter sah, merkte ich, dass etwas nicht stimmte. An der Wand hing, anders als gestern, ein weisser Zettel mit der Aufschrift, dass die Faehre am 6. April nicht faehrt. Das versetzte uns einen ordentlichen Schock, da wir nun in Kigoma 2 Tage umsonst verbracht haben! Auf die Frage warum die Faehre den nicht fahre kam nur die zoegernde Antwort: “Because of unreasonable Reasons!” Das war natuerlich sehr praezise!!! Nun dachten wir uns: “na toll! Und was jetzt?”
Im Reisefuehrer ashen wir nach, wie wir den trotzdem nach Mbeya oder Sumbawanga kommen koennten. Dieses Buch versetzte un saber den naechsten Schock mit dem Satz: “Es gibt keinen direkten Bus von Kigoma nach Sumbawanga!” Die einzige moeglichkeit, die uns das Buch ampfahl, war der Umweg zurueck ueber Singida! Zurueck ueber diese Scheiss strecke? Nochmal 20 euro? Nochmal im Bus schlafen? NEIN DANKE!!
Also fragten wir herum und tatsaechlich gab es doch einen Bus nach Sumbawanga. Zwar wuerde dieser auch 2 Tage dauern, aber es war dennoch besser als noch eine Woche in Kigoma auf die Faehre zu warten oder zurueck ueber Singida.
Nachdem wir das Busticket nach Sumbawanga fuer den 7. April gekauft hatten gingen wir an den Strand um ein wenig zu relaxen und diesen erfolgnisreichen Tag mit einem schoenen entspannenden Erlebnis zu beenden.
Der Strand hiess Jackobsen Strand und wurde von einem Skandinavier gefuehrt. Er lag 5 km ausserhalb von Kigoma und war zu Fuss innerhalb von einer Stunde zu erreichen. Unsere Erwartungen wurde voellig in den Schatten gestellt. Eine kleine einsame Bucht mit wunderschoenem roten Sandstrand, Felsenhaenge zu den Seiten, die vor unfreundlichen Besucherblicken schuetzen, Strohschirme, Palmen ragen ueber das Wasser, hinter einem ueberwuchert das Gruen einen Huegel und die Aussicht auf die Berge vom Kongo ueber dem Horizont. Wir haben den anstrengenden Tag dann im aeltesten See Tanzanias und einer der aeltesten Seen von Afrika und der Welt gegnossen. Er ist auch gleichzeitig einer der teifsten Seen der Welt. Dieser See ist Bilharziose-frei.
Es hat uns so gut da gefallen, dass ich mir einen schoenen Sonnenbrand an den Schultern geholt habe. Aber das war es wert!

6. April
Da wir heute nichts geplant hatten, gingen wir einfach nur noch auf die andere Seite der Bucht von Kigoma. Ansonsten haben wir nichts gemacht, ausser ein Videotagebuch angefangen zu drehen.

7. April

An diesem Tag sassen wir lange im Bus….. nein, noch laenger…. Immer noch nicht! Stell dir einfach vor, du sitzt im Bus von Berlin nach Rom! Ja…jetzt sind wir der Sache gedenklich gesehen schon etwas naeher. Aber jetzt stell dir nochmal vor, dass du diese Zeit lang auf einem Feldweg faehrst. An der Natur war zwischen Kigoma und Mpanda wirklich nichts auszusetzten. Zu dieser Jahreszeit war es ja besonders gruen und lebendig. Ich fan des sogar eine der schoensten Landschaften von Tansania bis jetzt. Touristisch voellig fremd und den Tansanianern wahrscheinlich auch. Diese Strecke faehrt halt auch kein Mensch. Interessanterweise hatten wir aber auch 2 mit Ak47 bewaffneten Afrikaner bei uns im Bus sitzen. Der eine schlief die meiste Zeit ueber direct an der Tuer, der andere sass ganz vorne neben dem Busfahrer. Ich habe mich eine lange Zeit gefragt, warum wir die jetzt mitgenommen haben. Unruhe gab es jetzt doch wohl keine oder? Man muss dazu auch noch sagen, dass zu dieser Zeit es in Lybien total abging und soweit ich weiss immer noch.
Auf jeden Fall gab es keine Unruhe hier in Tansania sondern nur Nationalparks. Und das war auch der Grund, wesswegen die Bewaffneten mit uns gekommen sind. Naemlich den Bus von wilden Elefanten oder Wasserbueffelherden zu beschuetzen, falls noetig. Diese Sorge war aber vollkommen unbegruendet, den als wir durch den Katavi Nationalpark gefahren sind, haben wir 2 schlaefrige Loewen, viele Elefanten, Giraffen und Zebras gesehen die gar nicht den eindruck darauf machten, dass sie lust haetten die Passagiere vom Bus zu ueberfallen oder an den Radkappen zu nagen. Insgesammt sassen wir an diesem Tag 10h im Bus. Wer will das toppen?!

8. April

In Mpanda uebernachtet und am 8. April mit einem etwas besseren Bus nach Sumbawanga gefahren. 9h Busfahrt und 2 Pannen. Recht gute Bilanz finde ich :D!

9. April

In Sumbawanga wollten wir zum Rukwa-See, der in der Naehe war, fahren, doch die Fahrer verlangten 35.000 Tsh (17 euro) pro Passagier dafuer. Das war uns viel zu teuer. Stattdessen sind wir in die Berge um Sumbawanga gewandert und haben uns einen schoenen ausblick auf Sumbawanga und die Umgebung des suedwestlichen Tansanias verschafft. Am selben Tag noch Videotagebuch gedreht.

10. April

Heute nach Mbeya durch Tunduma gefahren. Tunduma ist eine Stadt an der Grenze zu Sambia und dient aber auch gleichzeitig als Handelsverkehrsknotenpunkt fuer Malawi. An diesem Ort versammeln sich alle LKW’s, die aus Tansania kommen und nach Tansania gehen. Also aus dem Kongo, Sambia und Malawi. Desswegen wurden wir das erste mal Zeuge eines Staus in Tansania, der so aehnlich ist wie italienische Autofahrer. Wenns nicht weiter geht drueckt man halt noch oefter oder noch fester auf die Hupe, damit auch jeder weiss, dass man durchwill, was aber sowieso jeder weiss, weil wenn man hier ist immer durch will und das wie immer auch moeglichst schnell! Wenn man dann 5 min auf die Hupe gedrueckt hat, steigt man aus und vertritt sich die Beine und schaut in andere Wagen rein um zu gucken was die so machen.
Von Tunduma aus gab es nur noch asphaltierte Strasse, die bis nach Mbeya ging. In Mbeya angekommen, haben wir in Busticket nach Songea am 16. April fuer Jana, Anja und mich gekauft, weil Anjazu uns in Mbeya aus Singida dazustossen wollte.

11. April

Am 11. April stiegen wir auf den Loleza (2638m) mit Strassenschuhen und Flip-Flops. Dazu muss man sagen, dass es weder eine Wegbeschreibung, noch Hinweisschilder, noch irgendein Guide gab, was uns nach oben auf die Spitze fuehren haette koennen. Wir sind einfach Blind drauf los in die Berge immer nichtung “oben” durch Maisfelder, Baeche, Wiesen, Bananenplantagen, Weizenfelder und Sonnenblumenfelder. Mbeya liegt hoch in den Bergen und hat ein ausgesprochen kuehles Klima. Die Berge um Mbeya herum sind fruchtbar. Der Sueden von Tansania ist genrell sehr gut geeignet fuer Kako-, Bananen- und Teeplantagen.
Oben beim Gipfelkreuz angekommen, welches noch lange nicht ganz oben auf dem Gipfel steht, haben wir erst einmal eine Verschnaufpause eingelegt mit warmen Chapati. Von hier hatte man einen wunderbaren ausblick auf Mbeya, welches eine, im vergleich zu anderen Tansanischen Staedten, extreme grosse Stadt ist. Vom Tourismus hat diese Stadt aber, im Vergleich zu den noerdlichen Staedten nur wenig gehoert. Dennoch ist eine solche Stadt mit ihrer Umgebung lohnenswert.
Ein Mann ist uns oben begegnet, de runs fragte, ob wir mit ihm nach ganz oben wollten. Doch da wir noch am ausruhen waren sagten wir, wir wuerden spaeter nachkommen. Dies erwies sich leider als Irrtum, den als wir ihm in die richtung “Oben” folgten, liefen wir eigentlich nur 3h lang am Berghang entlang, aber nie in richtung “Oben”. Wir sind also nicht wirklich auf die Bergspitze gekommen, sind aber dafuer durch einen kleinen Regenwald gewatschelt, der an einem kleinen Bach antlang wuchs und unten im Tal sich verbreitete. Nach einer ewigen Suche nach dem Weg nach “Oben”, wurden wir von dem sich schon vorher angekuendikten Regen ueberrascht und haben unter einer Tanne (die es nicht so haeufig in Tansania gibt) Schutz gesucht, bis der Regen aufhorte. Allerdings holte e runs beim Rueckweg wieder ein und wir wurden Nass bis auf die Socken. Das gefaehrliche war, dass der Pfad nur 30cm breit war und es daneben steil bergab durch die steinige Boeschung ging. Der Regen verstaerkte diese Gefahr und die Pflanzen, die manchmal schraeg ueber den Weg wuchsen, wurden zu Stolperfallen. Dennoch haben wire s geschafft, ohne wetterfeste Kleidung oder Wanderschuhe, wieder in Mbeya anzukommen.

12. April

Am Morgen sind wir mit einem Kleinbus richtung Tukuyu gefahren und mitten in der Pampa ausgestiegen. Unser Ziel war der Ngozi-(was im Uebrigen so viel heist wie Haut)Vulkan-Krater-See.
Dieser war auch wie der Loleza um die 2600m hoch, doch dafuer hatte er in seinem Krater einen hunderte Meter tiefen Kratersee, der als Schuaplatz vieler Legenden diente. Allerdings haben wir nie erfahren, was das den genau fuer “Legenden”-Geschichten waren. Dieses mal sind wir allerdings mit einem Fuehrer gegangen, da uns das zu bloed war wieder nicht nach oben zu kommen. Ausserdem sagen die Fuehrer einem immer wieder, dass boese Menschen nur auf Weisse wwarten und sie dann auf dem Weg ueberfallen. Das haben wir zwar nicht geglaubt, aber wir haben ihn ja auch nur wegen dem Weg gebraucht. Beim Weg nach dem tatsaechlichen “Oben” sind wir stundenlang durch den wildesten Urwald gelaufen den ich je in meinem Leben gesehen habe. Das Moos wucherte und tropfte ja schon beinahe von den Baeumen. Lianen wie aus dem Dschungelbuch warfen sich ueber Aeste und hingen zusammen gedreht wie ausgewrungene Handtuecher schlaf herunter. Wilde Blumen mit knalligen Farben und abstrakten Formen und riesigen Blaettern spriessen ueberall aus der kleinst moeglichen und freien Stelle. Die Luft roch nach Regen und Feuchtigkeit. Die Sonne liess sich kaum blacken, aber dennoch schien alles vor glanz und Leben zu strahlen. Der Pfad war schmal, nass und demzufolge auch rutschig. Nicht selten musste man sich den Weg vom ueberwuchtertem Gruen freischlagen. Oben angekommen hatte man allerdings ein etwas begrenztes Blickfeld auf den See, da einem die hohen Baeume im Bild waren. Man hatte die Moeglichkeit nach unten an den Strand vom Kratersee hinabzusteigen. Doch das wollte erstens Jana nicht, da der Weg extreme gefaehrlich aussah und es keine Sicherheit gab und der Guide wollte auch noch einen extra Zuschuss dafuer. Dennoch konnten wir den Anblick noch eine Weile geniessen, bevor die tiefen Wolken uns die Sicht verdraengten. Der See ist bestimmt so gross Bad Homburg. An die 20km Durchmaesser und wer weiss wie tief. Kleinere Inseln ragen aus dem absolute klaren Wasser heraus und wurden ebenfalls von einer gruenen Flut ueberfallen. Die Sonne brach an eineigen Stellen durch und luminierte dadurch die Stellen besonders eindrucksvoll. Ueberall um den See herum ueberragte der Rand des Kraters den See um einige Hundert Meter und es machte auf mich den eindruck, als waere es unmoeglich von einer dieser Randstellen nach unten zu einem der Menschenleeren kleinen Straende zu klettern. Die Steigung war enorm. Ein paar Fotos gemacht und dann auch schon wieder den Rueckweg angetreten.

13. April

Durch einen regnerischen Tag nach Tukuyu gefahren und von dort die Bruecke Gottes (Daraja la Mungu) besucht. Es ist eine natuerliche Bruecke aus Vulkangestein die vor vielen Tausend Jahren entstanden ist. Ein Vulkan ist in der Naehe ausgebrochen und ueberschwemmte mit dem Lavagestein den damaligen Flusslauf mehrere Meter hoch. Doch anstatt sich einen anderen Flusslauf zu suchen, grub sich der Fluss einfach durch das Gestein durch und hinterliess eine Bruecke. Die gewalt vom Fluss kann man erst verstehen, wenn man sich einmal das Rauschen und die Gewalt des Flusses ansieht. Dieser Fluss waere perfekt fuer Riverrafting, wenn da nicht so viele steile wasserfaelle und spitze Steine aus dem Wasser ragen wuerden. Zurueck in Tukuyu trafen wir 2 andere deutsche Maedchen, die auch einmal Freiwillige waren und jetzt gameinsam in ihren Semesterferien in Tansania Urlaub machten.

14. April

Zusammen mit den anderen beiden Maedchen sind wir nach Matema an den Nyassa See oder auch Malawi See gefahren. Es waren vll 80km Strecke, fuer die wir ueber 5h gebraucht haben. Doch am See angekommen hat sich die Fahrt gelohnt und wir haben uns 4 von den leichten Wogen im warmen Wasser vom Nyasse See treiben lassen. Waehrend man sic him Wasser oder auf dem Strand umschaut, liegen zur Linken die Livingstone-Berge. In weiter Ferne kann man den See noch am Horizont sehen, der aber bestimmt noch Kilometer weiterfuehrt. Zur Rechten kann man das flache Ufer von Malawi vermuten, welches mit dem See zum Horizont verlaeuft. Das Schwimmen ist in diesem See kein Problem, da es ebenfalls, wie der Tanganjika See Bilharziosefrei ist. Wir haben dann erfahren, dass Anja krank ist und mit uns nicht von Mbeya den Rest der Tour zu machen. Also warren Jana und ich aufs erste noch allein.

15. April

Jana und ich mussten schon wieder frueh nach Mbeya zurueck, da die Verbindung von Matema nach Mbeya schwierig und lange dauert. Allerdings haben wir vor der abreise noch beim Sonnenaufgang den Fischern auf dem See bei der Arbeit zugesehen und sind etwas am Strand spazieren gegangen.
Das erste Transportmittel nach Mbeya war ein Pick-up. Nein! Keines dieser amerikanischen Dodge-Autos. Es war ein Kleiner Lastwagen, wo die Ladeflaeche mit Gitterstaeben umgeben wurde. Es war wie ein Kaefig ode rein Tiertransport. Nur dass auf dieser Ladeflaeche keine Tiere sondern Menschen aber in den selben Verhaeltnissen wie Tiere untergebracht wurden. Am besten kann man sich das so vorstellen:
Nehmt einmal einen Bus ode rein Ubahnwagon. Dieser Bus/Wagon ist so voll, wie bei einem Freitagfeierabend im Frankfurter Zentrum. ….hm… schubst noch ein paar mehr Leute rein….neee…reicht noch nicht…. Ok! Sagen wir einfach mal, die Faens von einem Eintracht gegen Mains 05 spiel steigen auch noch mit ein…. Ja jetzt kommen wir der soche schon etwas naeher! Jetzt muesst ihr euch noch die ganzen Anzuege und bunten Eintrachtschals und Trickots in bunte Tuecher und dreckige und halb zerrissene “I love NY”-Pullover vorstellen. Jetzt halbiert ihr den Bus/Wagon einmal, damit wir auf die richtige Groesse kommen. Habt ihrs? NEIN!!!! Falsch! Ihr sollt NUR den Wagon/Bus verkleinern! Die Anzahl von Menschen bleibt gleich! Ihr steckt einfach die Leute von der einen Haelfte in die andere Haelfte noch ihnzu! Ja! Genau so! Es muss ungefaehr darauf hinauslaufen, dass pro Quadratmeter 16 Menschen sich auf den Fuessen stehen und sich gegenseitig die Achselhaare zaehlen koennen.
In so einem Pick-up sind Jana und ich dann ein stueck gefahren, bis wir in ein kleineres Auto umgestiegen sind und spaeter dann noch mal in ein Daladala und in Tukuyu in einen groesseren Kleinbus nach Mbeya. Dort habe ich mir dann noch kurz fuer 1 euro die Haare schneiden lassen. Allerdings versteht ihr etwas anderes unter Haareschneiden, wie die Afrikaner. Die nehmen sich hier naemlich nur einen billigen japanischen rasierapperat und machen einfach mal schwupps und du bist deine Haare los. Sowas mit Schere und Kemm kennen die hier nicht. Ne Schere gehoert fuer die definitive nicht in einen Saloon sondern eher in die Bastelstube. Mit einer Schere koennen Frisuere hier mal gar nicht umgehen. Die warden dich nur doof angucken und die Schere wegschmeissen, wenn du ihnen eine zum Haareschneiden gibst!

16. April

11h nach Songea. Keine Sorge. Lang ist das fuer tansanische Verhaeltnisse nicht. Dort ein Ticket nach Ndanda gekauft und den Tag an sich vorbeiziehen gelassen.

17. April

Nach einem gechillten Morgen in der Stadt rumgebummelt. Ich auf der Suche nach Schuhen, Jana auf der Suche nach allem, was gerade billig und schoen aussieht. War ja klar, dass sie erfolgreicher war wie ich! Immer wenn ich zu einem Schuhverkaeufer gegangen bin, bin ich nach spaetestens 2 min. wieder raus, weil mir entweder die Schuhe nicht gefielen, sie alle dreckig waren oder weil sie einfach nicht Schuhgroesse 46 hatten! Die Tansanianer haben einfach kleine Schuhe und alles was ueber 44 ist gibts nicht! Dennoch hatten es meine Schuhe dringend noetig von einem neuen Paar erloest zu warden.
Ich habe dann aber doch noch eine Bermudahose, das chon 2 von meinen kurzen Hosen beim Waschen zerrissen sind, und eine Best of Reggea CD gefunden. Am Abend assen wir dann noch eine auf dem Markt gekaufte Passionsfrucht fuer 200 Tsh (10 cent).

18. April

Nach Tunduru mit 2 anderen deutschen Maedchen gefahren, die einen Freiwilligendienst in Uganda machen und hier im Sueden mal kurz Urlaub machten. Auf der ganzen Reise bis hierhin hat Jana an die 10 Kangas gekauft, ich nur einen. Und diese haben wir in einer Tuete gasmmelt, die uns dann leider in Tunduru verloren gegangen ist. 1h lang haben wir uns rot und gruen geaergert, weil es nicht nur verschwendetes Geld, sondern auch verschwendete Zeit und schoene Kangas waren. Dann allerdings ist ein Mann mit unserer Tuete in der Hand aufgetaucht und hat sie uns ohne weiteres zurueckgegeben. Er war so schnell wieder weg, dass wir uns gar nicht bei ihm bedanken konnten. Abe res hat uns wieder einmal klar gemacht, wie freundlich und hilfsbereit die Menschen hier in Tanzania doch sind.
Noch am selben Tag mit einem LKW nach Masasi gefahren. Das heist, wir wollten Masasi eigentlich noch am selben Tag erreichen. Doch weil der LKW auf der schlechten strasse geschaezte 20km/h gefahren ist, kamen wir nicht wirklich weit. Ausserdem plagten je eine Panne am Motor pro Stunde. Haben also die Nacht auf den (Achtung Ironie!!!)bequemen und sanften LKW Sitzen verbracht.

19. April

Demzufolge auch wenig geschlafen sind wir dann gegen Mittag am folgenden Tag in Masasi angekommen und sind dann auf einer asphaltierten Strasse nach Ndanda gefahren. In Ndanda haben wir uns in einem Kloster, welches 1806 von deutschen Missionaren gegruendet wurde, einquartiert.

20. April

Am naechsten Tag haben wir uns das Kloster mit einer Fuehrung von einem sehr freundlichen Bruder zeigen lassen: Zuerst sind wir in die Druckerei gegangen, wo uns der Leiter der Druckerei alles hautnah gezeigt hatte. Die ganzen Druckereiinstrumente stamen aus Deutschland und sind zum Teil ueber 100 Jahre alt aber von den Tansanianern gut in Schuss gehalten und dadurch zu einem wertvollen Instrument geblieben. Das Papier ist aus Dar es Salam. In der Werkstatt warden Autos repariert und die Lehrlinge in Autotechnik unterrichtet. Die Elektriker vom Kloster reparieren und stellen elektronische Dinge (wieder) her und kontrollieren die Elektrizitaetszufuer vom Kloster, welches nicht nur das Kloster, sondern auch die umliegenden Doerfer mit konstantem und umweltfreundlichen Strom versorgt. In der Metallwerkstatt warden Landarbeitsgeraete wie Pflug oder Maistrenner hergestellt. Und wieder sind alle Instrumente aus Deutschland geliefert worden. Ein Schuhster repariert und stellt Schuhe fuer das Kloster und die Bewohner von Ndanda in super Qualitaet her. Eine grosse Abteilung ist die Herstellung von Stuehlen, Tischen, Schraenken, Sofas, Sesseln und anderen Moebelstuecken. DieBaeckerei und die Metzgerei versorgen das Kloster und das Dorf mit richtigem Vollkornbrot und frischem Fleisch und richtigen Wuersten(gibts auch nicht ueberall in Tansania)! Eine Secondary Schule fuer Jungs ist direct neben dem Kloster aufgebaut und bietet Platz fuer ueber 900 Schueler. Boardingschool wohlbemerkt. Ein Steinmetz haut aus Marmor dir jede beliebige Steinfigur oder Marmortafel fuer dein Haus. Ein deutsch aussehender Bauernhof versorgt die Baeckerei mit Kuehen, Schweinen, Gefluegel und die Baeckerei mit Weizen und Mais. Eine Ausbildungsschule fuer Handwerker bietet jedem sich in diesem Bereich ausbilden zu lassen. Nach der Fuehrung sind wir zum Dammse etwas ins Gebirge gelaufen und sind in diesem auch Schwimmen gewesen. Drei deutsche Moenche kommen jeden Tag dort hinauf und machen dort die taeglichen Schwimmuebungen. Diese drei deutschen Moenche haben den Damm aufgebaut und nach einem Erdrutsch 19??, der das Kloster damals schwer beschaedigte, wieder aufgebaut und stellen mit diesem auch den Strom fuer ganz Ndanda her. Da das Dorf auf dem Makonde Plateau liegt und unter diesem Plateau ein riesiger unterirdischer See liegt, ist dieser die Ursprungsquelle fuer den Damm. Das Wasser tritt aus der Quelle mit 25C heraus und im Dam mist es darum auch nie kaelter wie 23C. eine perfekte Schwimmtemperatur.
Im grossen und Ganzen ist das Kloster wie ein kleines eigenstaendiges Reich mit deutschen Stuetzen und voellig unabhaengig von der Tansanischen Regierung oder anderen Dingen. Das Kloster stellt auch eigenes Trinkwasser fuer die Bevoelkerung her. Es beitet Arbeitsplaetze und Bildungsmoeglichkeiten. Ein in sich sehr profitable Unternehmen fuer alle Seiten. Aber so genau kann ich das nicht beurteilen, da wir nicht lange genug da waren. Dennoch war es ein wenig zu modern und zu deutsch fuer unsere Verhaeltnise, da wir das einfache Tansanische Leben schon total gewohnt waren und ploetzlich in unserem Deutschland fuer ein paar Tage wieder waren. Warmes Wasser aus dem Wasserhahn, welches man auch noch trinken konnte, richtiges deutsches Essen und deutsche Atmosphaere. Im nachhinein ist es fuer mich etwas seltsam gewesen wieder die Dinge tun zu koennen und zu benutzen, die ich auch in Deutschland machen kann, aber sich mein Kopf einfach gar nicht auf diese Dinge eingestellt hat.

21. April

Beim Fruehstueck hat uns der Bischof persoenlich verabschiedet und uns ein Gastgeschenk ueberreicht.
Weiter ging es nach Lindi, wo wir am Strand spazieren gegangen sind und die Aussicht auf den Indischen Ozean genossen haben. Wir besuchten eine alte deutsche Boma, ein Haus, welches in der Kolonialzeit erbaut wurde, und einen alten arabischen Turm. Diese Boma war noch sehr gut erhalten und man konnte noch das Badezimmer und die Balkone erkennen, die rund um das Haus verliefen. Damals muss es ein wunderschoener Sitz gewesen sein mit einem herrlichen Blick aufs Meer. Die Waende wurden zum teil aus Korallen Hergestellt, die man im Meer oder am Strand gefunden hatte.

22. April

In Kilwa Masoko angekommen und gleich in einem Hotel nach einer Fuehrung zu den Historischen Ruinen gefragt. Der Brite Mike sagte uns, dass wir am naechsten Tag, wenn das Wetter gut sei, eine Tour mit ihm machen koennten.
Danach sind wir im Meer schwimmen gewesen und sind am Strand zwischen den Mangroven entlang spazieren gewesen.

23. April

Am Vormittag durch die Stadt oder eher durch das Dorfzentrum geduselt und am Ende beim Hafen angelangt von wo man aus schon ein paar Ruinen auf der Insel sehen konnte.
Spaeter dann am Mittag holte uns Mike mit dem Wagen vom Hotel ab und wir furhen zusammen mit einem deutschen Ehepaar auf die Insel Kilwa Kiswani. Ich haette nie gedacht, wie sehr mich diese Insel mit ihren Nachbarinseln und ihren Ruinen faszinieren kann. Wir sahen die damalige groesste Moschee Suedlich der Sahara mit einer laenge von geschaetzten 30 Metern und einer hoehe von 3 bis 3.5 Metern. Wir sahen den einstigen Anfang der Mosche, der wohl im 15. Jahrhundert gebaut wurde mit der typischen Nische gen Mekka. Wir konnten noch die Wassertanks, die Toiletten und die Steine zum Fuesse abtreten problemlos erkennen. Nebendran standen noch die Grundmauern eines grossen Herrenhauses, entweder das eines damaligen ranghohen Religionsfuehrer oder eines reichen Kaufmann, de res bevorzugte moeglichst in der Naehe der Mosche zu wohnen. Danach fuehrte uns Mike zu einer kleineren Mosche, die als Trauerfeier-Moschee diente. Die eine Kuppel vom Dach liegt einfach neben der Moschee und wurde nachdem sie einstuerzte nicht mehr angefasst, so sah es aus. Die halbe Wand war einfach eingestuerzt, doch der Rest stand noch und wurde sogar wie auch die grosse Moschee von einem Briten am Anfang 20. Jahrhundert zum Teil restauriert. Die Kuppeln waren das Erstaunlichste den sie wurden Kunstvoll und aufwendig hergestellt und mit kostbaren blauen Steinen verziert. Waehrend wir auf der Insel herum liefen, erzaehlte uns Mike, dass diese Insel im 15. Jahrhundert das Zentrum des Maechtigen und beruehmten Koenigreichs Kilwa war. Die Insel ist nicht grosser wie eine der Frisischen Inseln aber war doch damals das reichste und maechtigste Handelszentrum im Ostafrikanischen Raum. Gold, Tiere, Elfenbein und andere Wertvolle Gegenstaende wurden mit den Omanen und Indern und sogar mit den Chinesen gehandelt. Dieses Koenigreich wurde in so manchen Logbuechern von Reisenden beschrieben und bewundert. Heutzutage leben allerdings nur noch um die 100 Menschen auf dieser Insel, die sowohl die Erben als auch die Hueter dieser Ruinen sind.
Wir liefen durch ein altes Fort, was den damaligen Sultanen als Sitz, Versammlungen und als Verteidgung diente, da es sehr nah am Wasser gabaut wurde und mit Schiessscharten und einer kleinen Kaserne ausgestattet war. Vor der Mauer war ein Baobab-Baum, der generell als einer der aeltesten Baeume der Welt gilt und unter dem sich die Sultane in den Schatten gesetzt hatten. Das Haus des Briten, der diese ganzen Ruinen ausgegraben und zum Teil restauriert hat, war mit einem Tuerrahmen ausgestatet, wie sie auf Zansibar zu sehen sind. Auch er bevorzugte, wie die Sultane ein Blick auf das ruhige Meer. Weiter ging es zur Burg. Sie war direct am Wasser gebaut und ragte um die 10 Meter in die Hoehe. Sie wurde am moisten und am besten Restauriert und ist im moment noch in Arbeit. Dennoch war es moeglich sie zu besteigen und in die nach Meersalz riechenden Raeume zu gehen, da die Decken, wie urspruenglicher Weise auch, mir Mangrovenstaemmen gebaut wurden. Das hat den folgenden Vorteil, dass sich holzwuermer und andere Holfressenden Viecher nicht das Holz zerfressen. Die moegen kein Salzholz! Die Zinnen waren auch noch sehr gut erhalten und eine alte verrostete Kanone auf dem Turm zeigte, dass man von hier oben au seine gute aussicht auf feindliche Schiffe hatte. Die grossen Holztore zeigten noch originale Textstrophen aus dem Koran. Zum Abschluss gingen wir noch in die Grundmauern von dem Haus einer reichen Familie, die nebenan eine Ziegelbrennerei besass. Direkt daneben war ein Friedhof der bei vielen nu rein Stein im Boden war, doch bei anderen Graebern wurde ein steinerner Kasten mit Verzierungen herum gebaut. Die Kilwa Bevoelkerung hatte sogar eine funktionierende Abwasseranlage, die das Abwasser in das Meer fuehrte.
Nach dieser Fuehrung war ich dermassen von den Ruinen und dieser Geschichte begeistert, dass ich am liebsten haette da bleiben wollen um den Bauarbeitern bei der Restauration und dem ausgraben weiterer Ruinen zu helfen. Wir waren nur in einem kleinen Teil von der Insel und es war doch deutlich, dass die ganze Insel voller Ruinen war und man sie eigentlich nur von der grasdecke befreien musste. Es sah alles so einfach aus und waere auch alles moeglich, wenn sich die Regierung so schwierig zu solchen Unternehmen hinstellen wuerde.
Doch auch die Bevoelkerung von Tansania ist ein Problem. Ein Grosteil der Bevoelkerung wissen gar nicht, dass Kilwa Kiswani der Ursprung der Kiswahili Kultur und der Sprache ist. Keinen scheint es in Tansania zu interessieren, woher man eigentlich kommt oder wo seine Kultur und Sprache eigentlich enstanden ist. Kilwa Kiswani und die umliegenden Inseln sind voll mit historischen Ruinen, aber auch ebenso voll mit Desinteresse von der tansanischen Seite aus Es bedarf nur einem kleinen Schritt um diese noch verborgene Stadt ans Licht zu bringen und manche erkennen das Potential, welches unter einem halben Meter Gras bedeck ist und von Ziegen und Kuehen, die auf der Insel weiden als Kackstelle verwendet warden. Ich wuerde mir so sehr wuenschen, diese Ruinen eines tages noch einmal zu besuchen. Doch dann hoffentlich in einem Zustand und einer Pracht und Groesse, wie es die Reisenden beschrieben haben, sodas ich mich wirklich in dem Ursprung und dem Anfang der Tansanischen Kultur befinde.

24. April

Schon am vorigen Tag haben wir das Busticket nach Dar es Salam gekauft, aber man sagte uns schon, dass es eine lange Fahrt sein wird. Man sagte uns, die Strasse sei extreme schlecht zu dieser Jahreszeit, weil es so viel geregnet hat und die Bauarbeiten nicht vorangekommen sind. Das deutsche Ehepaar, welches mit uns zu den Ruinen gefahren ist, lebt in Dar es Salam und wollte schon am 22. April in Kilwa ankommen. Haben aber letztendlich dann ueber 12h fuer die Autofahrt fuer ca 200km gabraucht. Und die haben schon alle ueberholt und sind schnell gefahren!
Dennoch hatten wir keine Ahnung WIE BESCHISSEN die Strasse am Ende wirklich war. Wir sind mit der Hoffnung losgefahren, dass wir so gegen Abend oder fruehestens spaeten Nachmittag in Dar ankommen. Am Anfang gab es auch noch keine Strassenprobleme, doch nach ca 2h Fahrt war Ende. Vor uns schlaendelten sich um die 6 Busse und Kleinbusse. An der Spitze der Reihe war ein LKW, der mit der Haelfte der Reifen tief im Schlamm steckte und jedes mal wenn er sich herraus drehen konnte, rutschte er automatisch wieder in das Schlamm loch hinein. Zum Gluekc brauchten die Afrikaner nur eine halbe Stunde, bis der Weg wieder frei war und der naechste Bus im Schlamm an der selben Stelle feststeckte. Dies ging immer so weiter, bis wir dann auch mal durchwaren.
Im Laufe des Tages fuhren wir eigentlich nur noch auf braunem Eis. Man konnte bremsen oder Lenken oder Gas geben wie man wollte, der Weg war so ritschig und matschig, dass man sich bedingungslos dem Matsch beugen musste. Immer wieder waren wir gezwungen aus dem Bus auszusteigen, in den Matsch zu treten und von hinten Anzuschieben, waehrend uns die Hinterreifen Dreck ins Gesicht spritzten. Die Frauen sassen im Bus, schauten aus dem Fenster und sahen den Maennern bei der Arbeit zu. Das nenne cih mal Arbeitsteilung!

Schliesslich haben wire s dann doch noch geschafft am fruehen Nachmittag in Dar anzukommen al seiner der schnellsten Busse.
In Dar hat uns dann ein junger Man, der mit uns im selben Bus sass gezeigt, wie, wo und wie man am billigsten mit welchem Bus nach Morogoro kam. Wir waren ja frueher als erwartet angekommen, da konnten wir ja noch den Rest der Strecke nach Morogoro fahren.
Wir sassen also wieder einmal den ganzen Tag im Bus. Es wurde dunkel und wir fragten nach, wie lange es noch dauern wuerde. 2h ungefaehr. Wir waren kurz nach einem Ort namens Charlize oder so aehnlich, da hielt der Bus an. Das ist nichts ungewoehnliches, weil man in Tansania staendig anhaelt. Entweder steigt jemand ein, aus, Pinkelpause oder die Polizei haelt einen an. Jana hoerte Musik mit den Kopfhoerern und ich sah also mal kurz nach, was da los war. Manche Leute standen auf und begaben sich gemaechlich richtung Ausgang. “Pinkelpause!” dachte ich. Diesen Gedanken verwarf ich aber sofort wieder, den wir waren doch so kurz vor dem Ziel und wir hatten doch schon vor einer Stunde eine Pinkelpause gemacht. Ich schwang mich auf den leer gewordenen Platz zum Fenster und schaute raus. Kein Haus, kein Weg, hier war gar nichts. Aussteigen wuerde hier wohl auch niemand. Und eingestiegen ist auch niemand. Polizei war weit und breit keine zu sehen. Was ist den jetzt los? Und ploetzlich ging es los! Von draussen hoerte man es nur leise und zaghaft, doch einer in der hinteren Reihe schnappte das Wort auf und es verbreitete sich genauso wie es Feuer tut: “Moto! Moto!” (Feuer) Da brach die reine Panik aus! Frauen rafften ihre Kleider und Kangas hoch, Maenner zogen sich an den Sitzlehnen nach Oben und versuchten sich ihren Weg von hinten nach Vorne durchzuschlagen. Kinder wurden an den Armen oder Fuessen gepackt, egal was greibar war. Die Gaenge, die mit Taschen und Koffern vollgestapelt wurden, waren nur schwer zu durchrennen. Manch einer stolperte und fiel hin. Wurde aber in der Aufruhr nich beachtet. Mein Herz raste ploetzlich von einem Schlag auf den Anderen und ich schaffte es gerade noch meinen kleinen Rucksack mit den wichtigsten Dingen zu schnappen und Jana zuzurufen:”Feuer! Raus hier!” dann wurde ich schon von der Welle von panic gepackten Maennern erwischt und nach vorne geschubbst. Von hinten schoben sich unbequeme Faeuste in meinen Ruecken und von vorne harte knorrige Ellbogen in meinen Bauch. Mein Kopf beruhigte sich nach kurzer Zeit und ich sah ein, dass durch Stoesse und Flueche es nicht schneller vorran gehen konnte. Also rief ich einfach mal ueber die Koepfe hinweg: “Polepole!” (Langsam/Ruhig) Hatte natuerlich keinen Effekt. Meine Stimme ging unter im Gebruell und gekreische der Frauen. Aus dem Augenwinkel sah ich einen Mann durch das Fenster klettern und auf dem weichen Gras landen. “Das mach ich auch!”, dachte ich mir und Sprang zu einem Sitz mit grossem Fenster. Dann koennen die sich um meinen frei gewordenen Platz schlagen, waehrend ich schon laengst draussen bin. Ich schob das Fenster beiseite und erkannte draussen schon, dass die Dunkelheit von einem gelb-flackernden Licht beleuchtet wurde. Viele Menschen standen schon draussen und beobachteten das Geschehen. Ich kruemmte mich auf dem Fenster zusammen und sprang in die kuehle Abendluft, die von Moskitos nur so wimmelte.
Ich sah wie die Maenner mit ihren Jacken und Flaschen versuchten den ploetzlichen Brand zu loeschen. Doch das Feuer unter dem Bus wollte einfach nicht aufhoeren. Die letzten Passagiere, darunter auch Jana, sprangen die letzten Stufen aus dem Bus hinaus in Sicherheit. Da wurde mir klar, dass ich ja noch meinen grossen Rucksack mit all meinen Klammotten und sonstigen (eigentlich unwichtigen) Sachen drin hatte. Ich zoegerte kurz und rannte dann wieder in den Bus hinein.Bevor mich noch jemand aufhalten konnte war ich schon drin, griff nach meinem Rucksack unter dem Sitz, wo ich ihn immer verstaue und rannte so schnell es ging durch den Menschenleeren Bus hinaus. Das Feuer war inzwischen unter Kontrolle und hatte nur den unteren und Hinteren Teil des Busses angefallen. Es enstand anscheinend zwischen den beiden Hinterreifen der linken Seite.
Meine Knie zitterten und mein Herz pumpte noch unaufhoerlich Blut, doch mein Kopf war schon wieder um einiges klarer und fragte sich jetzt:”Und wie kommen wir jetzt nach Morogoro?”
Nach einer halben Stunde kam ein Pick-up vorbei und nahm uns alle auf Kosten der Busgesellschaft mit nach Morogoro. Es war wieder einer dieser Menschenkaefige, doch zumindest brannte dieser nicht ab und war nicht so voll wie der am 15. April von Matema nach Tukuyu. Der Pick-up war ohne Plane und somit rauschte der kalte Fahrtwind unter die Kleider und machte schnell muede. Ich fror (was man selten in Tansania erlebt) und war schrecklich muede von der Busfahrt und vom Schock. Der Nachthimmel zeigte einen wolkenlosen Sternenhimmel, der einem wenigstens etwas zum Bestaunen gab.

25. April

Am naechsten Morgen in Morogoro haben wir uns die Stadt angesehen und sind auf dem Markt durch die Staende geschlendert.Als wir auf der Strasse so entlang gingen, kamen von links eine Gruppe ca. 12 Jaehriger Kinder und sprachen aufgeregt miteinander, bis ploetzlich einer der Jungen aus vollem Hals:”FUCK YOU!” zu uns rief! Wir waren total ueberrascht und haetten so eine derbe Beleidigung ohne Grund und vor allem von einem kleinen Kind nicht erwartet. Bei normalen Umstaenden haette ich mir das nicht gefallen lassen. Aber hier in Afrika musste ich einfach nur darueber lachen, dass ich von einem kleinen 12 Jaehrigen mit “fuck you!” beleidigt werde, der hoechstwahrscheinlich noch nicht einmal die Bedeutung davon kennt. Bei einem Kokusnuss-Verkaeufer kaufte ich mir eine Kokusnuss, die er zurechthackte und sie mir fuer 25.cent ueberliess. Es war das erste mal, dass ich hier eine Kokusnuss ass. Jetzt glaubt ihr aber wahrscheinlich an diese braunen, haarigen, handgrossen Dinger mit den drei Loechern auf der einen Seite und dem Weissen Harten Fruchtfleisch und der weissen Kokusmilch innen drin nicht wahr? Diese Kokusnuss, die ich ass, war aussen gruen-gelblich. Innen drin war die Kokusmilch so klar wie wasser und schmeckte sueslich. Das Fruchtfleisch war glibschig und durchsichtig weiss. Es war fuer mich ein Genuss, fuer Jana eher weniger! War halt geschmackssache. Auf dem Markt fand ich dann auch nach endlos langem Suchen passende neue Schuhe fuer 13.000 (7,5 euro).
Jana wollte sich eigentlich nichts kaufen, schaffte es dann aber doch wieder sich etwas zu genehmigen.
Am Abend kam dann auch Anja in Morogoro an und von dem Augenblick waren wir den Rest der Reise zu dritt.

26. April

Den ganzen Tag ueber liefen wir in den Uluguru-Bergen herum. Die erste Station war ein Wasserfall in dem wir dann auch bis zu den Beinen im eiskalten Wasser standen und frische Guaven von den Baeumen gegessen haben. Danach liefen wir quer durch die Bergdoerfer und kamen an einer alten deutschen Kirche vorbei, in der die Priester auf den Baenken schliefen und sich einen riesen Joint hinter das Ohr stecken und um Kirchenspenden bitten.
Danach kamen wir am Aussichtspunkt Morningside an, der auch von Deutschen errichtet wurde. Es war eigentlich ein altes Haus einer reichen deutschen Familie, die sich einen Herrschaftlichen Sitz in den Bergen errichtete und huetzutage nur noch fuer Touristenzwecke besucht wird. Das Haus ist in einem schaebigen Zustand, aber man kann die Aufgaben der Raeume noch Zuordnen und einige alte Gegenstaende, wie z.B. Badewanne, Kamin, Toilette, sind alle noch in ihrem originalem Zustand. Dennoch ist der Ausblick auf das Tal von Morogoro die Hauptsache, wesswegen man sich die Muehe macht da hoch zu steigen. Auf dem Weg habe ich die ganze Zeit Guaven, Bananen, Beeren und andere Fruechte gegessen, da es diese im Ueberfluss ueberall auf dem Weg liegen.
Nach diesem Tag taten meine Fuesse weh und ich war sehr erschoepft.

27. April

Am Nachmittag sind wir noch einmal mit der Anja auf den Markt gegangen und haben dann noch ein Busticket fuer den naechsten Tag nach Iringa gekauft.

28. April

Mit dem Bus sind wir ein paar Stunden nach Iringa gefahren und suchten in Iringa ein billiges Guesthaus, was nicht so einfach war. Unser urspruenglicher Plan war, dass wir uns in Iringa eine Safaritour in den Ruaha buchen. Dazu hatten wir aber leider nicht mehr genuegend Zeit. Desswegen sind wir einfach nur kurz in der Stadt herumgelaufen, was aber nicht sehr angenehm war, den die gaze Zeit bedraengten uns Schlepper, die uns in irgendwelche Geschaefte ziehen wollten und uns irgendwelche uebertriebenen Preise fuer Verkaufsartikel sagten, obwohl sie eigentlich gar nicht in diesem Laden arbeiteten. Dann redeten sie auf uns mit einem schrecklichen Englisch darauf ein und nennen un simmer wieder “Sister” oder “Brother”. Das hat total genervt und man konnte sich gar nicht in dieser Stadt entfalten und sich wohl fuehlen, weil man einfach keinen Freiraum bekam.
Die beiden Maedchen wurden krank im Laufe des Tages und gingen zurueck ins Hotel waehrend ich mir noch etwas die Stadt ansah und mir einen Spass daraus machte die Schlepper zu aergern. Ich tat so, als wuerde ich mir irgendwelche Dinge kaufen wollen und wenn die Schlepper sich untereinander ueber den Preis straiten, nimmt man sich ein anderen Gegenstand und fragt nach dem Preis oder geht einfach in einen anderen Laden und spielt dasselbe Spiel noch einmal. Oder man geht in die eine Richtung und wenn alle Schlepper vor einem her laufen um schon mal in den angepeilten Laden zu gehen, dreht man um und geht in die andere Richtung. Bis die Schlepper verstanden haben, dass ich eigentlich mit ihnen spiele, verging bestimmt eine Stunde.

29. April

Heute am Morgen plante ich mit verschiedenen Busgesellschaften eine Reisemoeglichkeit nach Singida, da Anja am 31. April wieder in Singida sein musste. Ich kaufte also noch fuer den selben Tag ein Busticket nach Morogoro, da man keinen direkten Bus von Iringa nach Singida bekam, ging es nur von Morogoro aus. Kurz bevor der Bus losfuehr, gingen Anja und ich noch kurz in einem Souvenirladen shoppen und rannten dann zum Bus. Kurz bevor dieser losfahren wollte, merkte ich, dass ich meine Multisteckdose im Hotelzimmer vergass. Also rannte ich noch schnell ueber den Busbahnhof wie ein Bekloppter zurueck, schnappte mir das verdammte Ding und rannte zurueck. Leider war der Bus schon abgefahren und Jana und Anja versuchten waehrenddessen den Busfahrer zum warten zu bringen, da ich ja noch fehlte. Der ignorierte die beiden aber erfolgreich, bi seine Frau sich einschaltete und den Busfahrer zur Sau machte und ihn anschrie, er sole jetzt gefaelligst halten, den die Weissen sind noch nicht vollstaendig.
Ein Typ auf dem Busbahnhof merkte, dass ich den abgefahrenen Bus suchte und zeigte mir den Weg, wo der Bus doch noch auf mich wartete. Und das alles nur wegen einer Steckdose!!
In Morogoro haben wir nichts mehr gemacht.

30. April

An diesem Tag fahren 2 kranke Maedchen, ein erschoepfter Junge in einem Bus von Morogoro ueber Dodoma nach Singida.
135h Busfahrt
5014km Strecke
14 verschiedene Staedte in denen wir uebernachteten
6 verschiedene Strassenverkehrsmittel benutzt
638.000 Tsh fuer ALLES ausgegeben (319. Euro)
2 bedeutende Seen in TZ gesehen und beschwommen
5 Berge bestiegen
10 verschiedene Sehenswuerdigkeiten besucht
Und UNENDLICH viel Erfahrungen und Eindruecke von Tansania, dem Land der Wasserfaelle, brennenden Bussen, schlechten Strassen, freundlichen Menschen, traumhaften Seen, unkoordinierten Organisation und Nationalparks und noch vielem Mehr ist.
Dies ist ein Monat reisen gewesen, den ich nie wieder vergessen werde.
Vielen Dank
Jetzt habt ihr es geschafft!
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